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Pokémon Go - Wie Schweigen ein Spiel zerstört

Von Wladislav Sidorov - Kolumne vom 31.07.2016 - 17:27 Uhr
Pokémon Go Screenshot

Mit Pokémon Go hat der Entwickler Niantic den erfolgreichsten Smartphone-Titel aller Zeiten veröffentlicht. Einst ein gigantischer Hype, wird nun langsam klar, wie viel es dem Spiel noch mangelt. Die viel zu frühe Veröffentlichtung des Titels sorgt dafür, dass die Grundmechanik (das Aufspüren von Pokémon) nicht einmal ansatzweise funktioniert. Mitten im Trubel entscheidet sich Niantic für eine abstruse Methode, die Sache aufzuklären: Schweigen. Das schadet dem Spiel aber immer weiter.

Monatelang hat man auf den Release von Pokémon Go gewartet, doch langsam aber sicher zeigt sich, dass man lieber noch länger gewartet hätte. Der Release im Juli erfolgte nahezu überraschend und das zurecht: Beta-Spieler wussten bereits, dass es dem Titel noch an unglaublich vielen Funktionen mangelt. Das musste sogar Entwickler Niantic eingestehen: Man habe bislang nur 10 Prozent aller Features eingebaut, erklärte das Studio in einem Interview.

Zu Beginn plagten vor allem Serverfehler das Spiel, was nicht allzu problematisch ist. Bei einem gigantischen Ansturm und Millionen Downloads innerhalb weniger Stunden war es klar, dass irgendwann die Infrastruktur schlappmacht. Was nicht geht, ist das Nicht-Funktionieren der Grundmechanik: Aufspüren und fangen von Pokémon.

Der fehlende Witz an Pokémon Go

Seit einem der jüngeren Updates ist die "In der Nähe"-Funktion völlig nutzlos. Sämtliche Pokémon werden mit drei Schritten angezeigt, einen Indikator über die tatsächliche Entfernung des Pokémon gibt es nicht. Wer ein seltenes Pokémon angezeigt bekommt, der läuft dumm umher um möglicherweise nicht einmal wirklich in der Nähe des Pokémon zu sein. Die Community entdeckte nach einiger Zeit, dass der Bug dem Client geschuldet ist - und fertigte sogar einen funktionierenden Fix an. Niantic entschloss sich im neuen Update aber nicht dazu, den Fix einzubauen, sondern schaffte die Schritte-Anzeige komplett ab. Wer jetzt ein Pokémon suchen will, kann auch gleich zuhause bleiben.

Kein Wunder, dass Seiten wie PokéVision schnell an Popularität gelangten. Wozu ein Pokémon suchen, wenn es schlichtweg unmöglich ist? Wozu sich die Mühe machen, wenn es witzlos und unspaßig ist? Der große Spaß an Pokémon Go lag bislang darin, möglichst viele ungefangene Pokémon in seinem Besitz zu bringen. Das macht aber nur wenig Spaß, wenn man nie weiß, wo es sein kann.

Zu wenige Features

Fehlende Features wie Tausch, PVP und Events tun ihr Übriges. Wenn die einzige Funktion, die zum Spielen animiert, nicht geht, dann ist der Spaß schnell verflogen. Das müsste auch Niantic wissen und zumindest versuchen, die Spieler zu beruhigen. Stattdessen gab es bislang nur ein einziges Statement: Schweigen.

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